Den Tagen mehr Leben geben: „Sprechstunde“ beim Hospizdienst

Den Tagen mehr Leben geben: „Sprechstunde“ beim Hospizdienst

Den Tagen mehr Leben geben: „Sprechstunde“ beim Hospizdienst

Den Tagen mehr Leben geben, wenn man dem Leben nicht mehr Tage geben kann – das ist das Credo eines Hospizdienstes. Ich bin überzeugt: All‘ jenen Menschen, die sich am Ende ihres Lebens befinden, müssen wir die Angst nehmen, und eine Perspektive bieten, die letzten Tage in Würde und schmerzfrei erleben zu dürfen. Deshalb setzte ich mich für den Ausbau der Schmerztherapie, der Brückenpflege und einer besseren Versorgung mit Hospizplätzen ein.

Im meiner „Sprechstunden“-Reihe treffe ich Vereine, Institutionen und Menschen im Münchner Westen und der Mitte und informiere mich über ihre Anliegen, Ideen und Herausforderungen. Um mich über die aktuellen Anliegen eines ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes zu informieren, habe ich im Rahmen meiner Reihe „Pilsingers Sprechstunde“ den Hospizdienst „DaSein e.V.“ besucht.

70 Prozent der Menschen möchten die letzten Tage seines Lebens in gewohnter Umgebung verbringen. Dem stehen derzeit gerade 20 Prozent gegenüber, denen dies möglich ist. Ziel muss es also sein, dass nicht der Pflegebedürftige zur Palliativmedizin kommen muss, sondern umgekehrt: Diesen Wunsch erfüllen ambulante Hospizdienste von denen es derzeit rund 1.500 in Deutschland gibt. Der Aufwuchs in diesem Bereich war in den letzten Jahren drastisch: Die Zahl dieser Dienste hat sich seit Ende der Neunziger Jahre verdreifacht. Bei „DaSein e.V.“ fühlt man sich wie bei allen ambulanten Hospizdiensten dem Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen verpflichtet. Die Vorstellungen, Wünschen und Werte der Betroffenen sollen respektiert und die Entscheidungen unter Achtung ihres Willens getroffen werden.

Ein wichtiger Aspekt bei der ambulanten Hospizarbeit ist die Förderung der ehrenamtlichen Helfer, die für die erfolgreiche und menschliche Arbeit unerlässlich sind. Auch werden in Deutschland trotz des bereits erfolgten Aufwuchses weitere Hospizdienste benötigt.

Ganz allgemein zur Situation bei den Hospizen und der Palliativmedizin: Der Gesetzgeber hat richtig reagiert und 2015 das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung beschlossen. Damit wurden viele Instrumente, z.B. im Rahmen der spezialisierten ambulanten palliativmedizinischen Versorgung, entwickelt – hier werden alle notwendigen Komponenten vernetzt: Pallativpflegefachkräfte, Seelsorger, Apotheker, Physiotherapeuten usw.  Hier hat in ein erheblicher Aufwuchs stattgefunden.

Zentral auch hier: Palliativmedizin muss dort stattfinden, wo der zu Pflegende ist. Dass Menschen wenige Tage vor Lebensende aus der Altenpflegeeinrichtung in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, weil man in Seniorenheim die palliativmedizinische Versorgung nicht leisten kann, ist nicht der Zustand, den wir uns wünschen.  Deshalb müssen z.B. auch Altenpflegeeinrichtungen mit niedergelassenen Medizinern zusammenarbeiten, die diesen Mehraufwand auch vergütet bekommen, damit die Menschen bis zuletzt in ihrem Wohnbereich bleiben können.

Palliativmedizin ist auch zu Recht in der ärztlichen Ausbildung aufgewertet worden -  als Pflichtfach und Pflichtprüfungsfach. Ich unterstütze die Forderung, dass Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten haben sollen und von Bürokratie entlastet werden sollen. Außerdem setze ich mich für bessere Arbeitsbedingungen und eine ordentliche Bezahlung von Menschen in sozialen Berufen ein – gerade in München mit hohen Mietpreise können sich die hier Tätigen eine Wohnung immer schlechter leisten.

Herzlich bedanke ich mich bei Dr. Mark Braun, Gabriele Grünewald, Margit Kreibe und Gabriele Rude, die mich über die Arbeit bei „DaSein e.V.“ informiert haben.

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