Hilfe, Information, Prävention - bei der Aids-Hilfe

Hilfe, Information, Prävention - bei der Aids-Hilfe

Hilfe, Information, Prävention – bei der Aids-Hilfe

Wiederum eine wichtige soziale Einrichtung habe ich im Rahmen von „Pilsingers Sprechstunde“ besucht, die für mich als Arzt besonders wichtig ist: Die München Aids-Hilfe. Sie bietet allen HIV-Positiven und Angehörigen Hilfe und Gesprächspartner. In meiner Reihe „Pilsingers Sprechstunde“ besuche ich Institutionen, Firmen, Verbände und vor allem Menschen in München um mehr über ihre Sichtweise und Herausforderungen zu erfahren.

Die Münchner Aids-Hilfe gibt es seit 23 Jahren. 1984 wurde sie als erste regionale Einrichtung dieser Art gegründet. Zuerst ging es um konkrete Selbsthilfe – daraus hat sich ein starkes Sprachrohr und ein Interessenverband für Betroffene, deren Angehörige und die Hauptbetroffenengruppen entwickelt.

In der Lindwurmstraße befindet sich das Haus der Aids-Hilfe, in dem 60 Hauptamtliche und etwa 150 Ehrenamtliche konkrete Hilfe leisten – hier geht es um Wohnen, Pflege, Beschäftigung, Pra?vention, Gesundheitsfo?rderung, soziale- und berufliche Rehabilitation und Versorgung in Bezug auf HIV. Und es geht natürlich auch darum, betroffene Ansprechpartner zu haben und einfach mal reden zu können – zum Beispiel im Café Regenbogen, direkt im Gebäude der Aidshilfe Um die 400 Menschen sind im Verein zusammengeschlossen.

Bei der Aids-Hilfe will man auch sensibilisieren. Eine HIV-Infektion bedeutet immer noch häufig Stigmatisierung, Diskriminierung und Kriminalisierung. Hier will die Aids-Hilfe aufklären und auch hier die Betroffenen unterstützen.

Auch soll frühzeitig zum Thema Prävention informiert  werden – die großen Aufklärungskampagnen in Deutschland waren Mitte/Ende der 80er Jahre und in den Neunzigern  - durch die danach folgenden niedrigeren Zahlen an Neuinfektionen wurde die Einstellung zur Prävention laxer und als Folge kam es um die Jahrtausendwende wieder zu mehr HIV-Infektionen. Auch die besseren und lebensverlängernden Behandlungsmöglichkeiten in unseren Gesundheitssystem haben auch einen „Nebeneffekt“: Die Infektion wird nicht mehr als so drastisch gesehen, dadurch wächst wiederum in den Köpfen die Bereitschaft, auf Prävention zu verzichten – auch hier muss man ansetzen.

Ich bedanke mich bei Wolfgang Tittmann-Fuchs und Irena Wunsch, die mich durch die Geschäftsstelle geführt haben. Für den am 10. September zu Gunsten der Aids-Hilfe im Englischen Garten stattfindenden 17.  „Run for life“ wünsche ich viel Erfolg!

 

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