Münchner Institution Dietmar Holzapfel besucht - "Pilsingers Sprechstunde"

Münchner Institution Dietmar Holzapfel besucht - "Pilsingers Sprechstunde"

Münchner Institution Dietmar Holzapfel besucht – „Pilsingers Sprechstunde“

In meiner Reihe „Pilsingers Sprechstunde“ besuche ich Menschen, Institutionen und Vereine, die unser Gemeinwesen im Wahlkreis mit prägen. Der Bundeswahlkreis München-West/Mitte weist so verschiedenartige Gegenden auf wie Aubing, das südliche Bahnhofsviertel, Nymphenburg oder das Glockenbachviertel – spannend! Diese Woche war ich zu Besuch bei einer echten Münchner Institution – Gastronom und Hotelier Dietmar Holzapfel. Ihn habe ich in seiner berühmten „Deutsche Eiche“ besucht, das als Hotel und nicht zuletzt als traditionsreicher Treffpunkt der schwul-lesbischen Szene bis weit über München hinaus Bekanntheit genießt. Dietmar Holzapfel hat mir die Geschichte der „Deutschen Eiche“ erläutert. Ein interessanter Weg  von den schwierigen Anfängen, als er, sein Adoptivvater und sein Lebenspartner Sepp Sattler das Gebäude vom „Schicksal“, als Bürohaus zu enden, gerettet haben, bis zu den legendären Zeiten als die „Deutsche Eiche“ Kulturschaffenden- und Künstlertreff unter anderem mit Rainer Werner Fassbinder und Freddie Mercury war.

Auch dank der Investitionen, die Holzapfel über viele Jahre in die „Deutsche Eiche“ gesteckt hat, ist sein Haus ein Vorzeigeobjekt und verfügt mit Hotel, Restaurant, Badehaus, Bar und Dachterrasse mit phänomenalem Ausblick über viele Facetten. Dietmar Holzapfel hat sich gemeinsam mit seinem Lebenspartner Sepp Sattler, auch um den Münchner Gemeinsinn verdient gemacht – ein Beispiel, beileibe nicht das einzige – ist die Stiftung des Leo von Klenze-Denkmals am Gärtnerplatz. Auch bei der Initiative um die Wiedererrichtung des König-Ludwig II.-Denkmals sind sie federführend mit dabei. Ein Anliegen, das ich übrigens gerne unterstütze, denn die Verdienste des bekanntesten Monarchen um Bayern insgesamt sind so groß, dass es mehr als angebracht ist, dass in der Landeshauptstadt ein Denkmal von ihm steht. Ein Engagement, das gewürdigt wurde: Die Medaille „München leuchtet“ aus der Hand des Oberbürgermeisters hat Herr Holzapfel im letzten Jahr erhalten.

Dietmar Holzapfel kann auch viel über das Glockenbachviertel/Gärtnerplatzviertel als beliebtes „Szeneviertel“ erzählen, auch über die Weiterentwicklung dieses populären Münchner Stadtteiles. Das Stadtviertel gilt heute als der Teil der Stadt mit der dichtesten Wohnbesiedlung. Seit den Neunziger Jahren hat es eine enorme Aufwertung des Wohnbestands gegeben. Dies und die Popularität als Ausgehviertel haben dazu beigetragen, dass das Glockenbachviertel ein mittlerweile überdurchschnittliches Mietniveau aufweist. Nicht jeder sei über diesen Wandel glücklich. Dietmar Holzapfel schlägt dazu unter anderem vor:  Ein Beitrag zu mehr Wohnungen, insbesondere im Glockenbachviertel könnte der Ausbau von Dachböden sein, der noch ein großes Potenzial für mehr Wohnraum böte. Leider mache hier oft der Denkmalschutz einen Strich durch die Rechnung, außerdem müsse man enorme Kosten für die Ablösung der Stellplatzpflicht schultern.

Ich habe mich mit Herrn Holzapfel auch über die Wünsche an die Politik unterhalten, insbesondere was das Wohnen in München, den Tourismus und die Infrastruktur angeht. Gerade überbordende Bürokratie habe den Betrieb in Gastronomie und Hotellerie in den letzten Jahren belastet. Im Zentrum soll der Gast und die Aufrechterhaltung des Betriebs stehen, nicht „Zettelwirtschaft“ à la „Dokumentationspflicht“.  Spürbar seien auch Probleme durch den Fachkräftemangel. In der Gastronomie sei es zudem schwierig, bezahlbare Wohnungen für das Personal zu finden. Unterm Strich sei Gastlichkeit für München ein zentraler Wirtschaftsfaktor und eine attraktive touristische Infrastruktur mache viel von der „Marke München“ aus – dies gelte es auch von Seiten der Politik zu fördern.

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