Natur in der Großstadt: "Pilsingers Sprechstunde" bei den "Würmrangern"

Natur in der Großstadt: "Pilsingers Sprechstunde" bei den "Würmrangern"

Natur in der Großstadt: „Pilsingers Sprechstunde“ bei den „Würmrangern“

München ist eine Metropole. Bei allem Wachstum dürfen wir aber nicht vergessen, dass es sich um einen Lebensraum handelt, der auch attraktiv sein muss. Dazu gehören Grünflächen, Ruhezonen, Naherholungsgebiete. Diese müssen wir erhalten. Das bedeutet, dass wir nicht maßlos nachverdichten sollten, worauf ich bereits im Rahmen meiner Kampagne „GärtenRetten“ hingewiesen habe. Das heißt aber auch, dass wir die die bestehenden grünen Zonen pflegen und schützen müssen.  In diesem Zusammenhang habe ich mich über die „Würmranger“ informiert, die genau das tun: Das Bewusstsein schärfen für die renaturierte Würm. München gilt zwar als „die Stadt an der Isar“, aber sie zählt insgesamt 57 Fließgewässer. Die Würm fließt im Münchner Westen durch Pasing-Obermenzing und durch Allach-Untermenzing. Seit 2009 strömt die Würm in Obermenzing an der Mergenthalerstraße wieder durch ihr ursprüngliches Flussbett, was ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität, zum Hochwasserschutz, für mehr Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren und Lebensqualität für Menschen ist.

In meiner Reihe „Pilsingers Sprechstunde“ besuche ich Menschen, Institutionen, Vereine in München und suche das Gespräch mit ihnen, um etwas über ihre Sichtweise, Motivation und Herausforderungen zu erfahren. Dazu war ich im Gespräch mit Ursula Schleibner, Umweltschutzbeuftragte und meine ehemalige Lehrerin, die sich seit 2003 für die Renaturierung der Würm engagiert. Aus dem langjährigen Engagement von Schülern der Grandlschule sind die Würmranger entstanden, die sich für die renaturierte Würm engagieren und immer wieder Veranstaltungen, Projekte und Aktionen durchführen.

Ein wichtiger Punkt der Würmranger ist der pädagogische Aspekt. Kinder laufen Gefahr sich leider immer weiter von der Natur zu entfernen. Dass Kühe nicht lila sind, wird zwar jedes Kind trotz gegenteiliger Geschichten meistens wissen, aber das Großwerden in der Großstadt schränkt das Naturerlebnis ein -  zum Bedauern von Eltern und Kindern, die sich für die Tier- und Pflanzenwelt und die echte Natur meist sehr interessieren. Hier bieten die Würmranger viele Möglichkeiten. Im Rahmen von Exkursionen, zum Beispiel zum Lebensraum des Bibers oder des Eisvogels oder zum Klärwerk Starnberg. Zu den Aktivitäten gehört aber auch das Sammeln von Müll, der immer wieder von der Würm angespült oder von Erholungssuchenden hinterlassen wird. Die Würmranger leisten einen großartigen Beitrag für den Gemeinsinn in unserem Stadtteil.

Ich danke Ursula Schleibner für ihre Führung an der renaturierten Würm. Mehr zu den Würmrangern gibt es unter www.wuermranger.org.

 

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