Medizin-NC teilweise verfassungswidrig: Wir brauchen einen Systemwechsel!

Medizin-NC teilweise verfassungswidrig: Wir brauchen einen Systemwechsel!

Medizin-NC teilweise verfassungswidrig: Wir brauchen einen Systemwechsel!

Das Bundesverfassungsgericht hat den Numerus Clausus für das Medizinstudium in seiner jetzigen Form gekippt. Die Zulassung zum Medizinstudium muss neu geregelt werden. Richtig so!

Wie an dieser Stelle bereits angemerkt, hatte ich meine Zweifel, ob es rechtens ist, dass man auf ein Medizinstudium über NC länger warten muss, als das Studium dauert oder dass die Abiturnote das wesentliche Zugangskriterium ist, obwohl die Abiturprüfungen unterschiedlich schwer sind.

Alle bisherigen Wege zum Medizinstudium haben einen gewissen Makel :  Der NC, die Auswahlverfahren der Unis (bei denen auch wiederum die Abiturnote das entscheidende Kriterium ist) oder die Wartezeit (aktuell 14 Semester!).

Das Gericht fordert nun z.B. einen Ausgleichmechanismus bei den Abiturnoten (bei unispezifischen Auswahlverfahren), dass Eignungsgespräche an den Unis vergleichbar sein müssen („standardisiert und strukturiert“), dass die Wartesemester begrenzt werden, und dass insgesamt die Chancengleichheit gewahrt bleibt. Auch das für den Bewerber undurchsichtige Verfahren der Studienplatzpräferenzen muss geändert werden.

Bis Dezember 2019 haben wir Zeit, das Verfahren neu zu regeln. Ich möchte mich hier für einen Systemwechsel und der Einführung eines allgemeinen bundesweiten Studierfähigkeitsprüfverfahren (gerne können wir es wieder „Medizinertest“ nennen) einsetzen. Eine bereits erfolgte medizinnahe Ausbildungen sowie ehrenamtliches Engagement sollten hier deutlich mehr einfließen – also, alles was die besondere Motivation, Medizin zu studieren und vor allem später wirklich als Arzt zu arbeiten, nachweist. Wenn jemand als Sanitäter z.B. beim Roten Kreuz aktiv war, dann ist das aus mehreren Gründen relevant! Ich unterstütze deshalb den in der auslaufenden Legislaturperiode erarbeiteten „Masterplan Medizinstudium 2020“, der auch für Studierfähigkeitstests jenseits der Abiturnote plädiert und der auch darauf abzielt die soziale Komponente stärker bei der Auswahl mit einzubeziehen.  Ich bin der festen Überzeugung, dass ein guter Arzt nicht nur fachliche, sondern auch soziale Fähigkeiten haben muss.

Ich bleibe dabei: Wir brauchen in der Zukunft auch Ärzte, die zum einen auch praktische bzw. „handwerkliche“ Fähigkeiten, z.B für die Chirurgie haben, und zum anderen auch die „Typen“, die später als Landärzte arbeiten wollen!

 

 

 

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