Neujahrsempfang im Zeichen der Digitalwelt: „JU goes Google“

Neujahrsempfang im Zeichen der Digitalwelt: „JU goes Google“

Neujahrsempfang im Zeichen der Digitalwelt: „JU goes Google“

2018 wird ein Jahr, das der JU alles abverlangen wird – bei allen Kampagnen im Vorfeld von Wahlen wollen wir aber die inhaltliche Arbeit nicht verbnachlässigen. Einen Aufschlag haben wir diese Woche gemacht mit dem JU-Neujahrsempfang, den wir im Entwicklungszentrum von Google in München abgehalten haben. Als hochkarätige Redner konnten wir Parl. Staatssekretärin Dorothee Bär, stv. Vorsitzende der CSU, und Stephan Micklitz, Director of Enginieerung von Google am Standort München, begrüßen. Das Top-Thema: „Cyberwar und Sicherheit im digitalen Raum.“

Der virtuelle Raum ist auch für die internetaffinen Nutzer weitgehend unentdecktes Land  - die Bundeskanzlerin hatte mit ihrer „Neuland“- Bemerkung aus dem Jahr 2013 tatsächlich Recht. Denn: Was wir heute selbstverständlich digital nutzen, ist nur der Anfang einer digitalen Ära, die weiter voranschreiten wird. Keiner weiß, was alles kommen wird:  Welche digitalen Tools werden schon beim nächsten Bundestagwahlkampf den Ton angeben?  Wer kann sagen, was die nächsten großen Probleme im virtuellen Raum sein werden, ob Fake News, Bots, digitale Datenerpressung gegen Lösegeld oder Hackerangriffe auf Netzwerke oder sensible Infrastruktur?

Beispiele: Die Website der CSU wird z.B. täglich von Hackern angegriffen. Ähnliches gilt selbstverständlich auch für staatliche Institutionen: Pro Monat wurden 2017 von Regierungsseite 52.000 E-Mails mit Schadprogrammen abgefangen. Die Lage hat sich gegenüber 2016 zwar leicht entspannt, aber von Entwarnung kann keine Rede sein.

Dorothee Bär, die in der CSU auch jenseits ihrer Aufgabe als Parl. Staatssekretärin als die Expertin in Sachen Digitalisierung gilt, spannte den Bogen von den Anfängen der digitalen Agenda im bundespolitischen Betrieb hin zum Heute, in der das Thema "Digitale Revolution" weiter immer breiteren Raum einnimmt. Dorothee Bär schilderte dabei in ihrem launigen Vortrag die Entwicklung des

Themas in der Politik aus ihrer Sicht -  zu Beginn ihrer Tätigkeit als Parlamentarierin im Jahr 2002 war das Feld der Digitalisierung in Deutschland politisch noch völlig unbearbeitet, auch im gesetzgeberischen Bereich. Seitdem wirbt sie für einen offensiveren Umgang der Digitalisierung in allen Lebensbereichen. Sie machte deutlich, dass sich insbesondere die Arbeitswelt weiter grundlegend ändern werde. Weder sollte man hier nur die Risiken sehen, noch diese komplett ignorieren.  Gesetzgebung und Aufklärung seien wichtige Mittel um die Problemfelder klein zu halten entsprechend eingedämmt werden. Dorothee Bär plädierte dafür, dass insbesondere in den Schulen der Auseinandersetzung mit den digitalen Medien und Instrumentarien ein viel breiterer

Raum einzuräumen ist. Stephan Micklitz, Google-Engineering Director am Standort in München, begrüßte als Gastgeber die zahlreich erschienenen Gäste aus JU und CSU und sprach in einem kurzen Vortrag zum Thema „Herausforderungen von Online- Sicherheit in der vernetzten Gesellschaft und geeignete Sicherheitssysteme".

Ich freue mich, dass wir mit dem Thema des Neujahrsempfangs einen Nerv getroffen haben: Volles Haus in einer spannenden Umgebung.  Seit über einem Jahr existiert nun das Entwicklungszentrum an der Hackerbrücke mit über 400 Mitarbeitern – beeindruckend. In einem internationalen Team aus über 40 Ländern entwickeln Ingenieure Software für verschiedene Google-Produkte, so ist zum Beispiel der Passwort-Manager des Browsers „Chrome“ ein Produkt „Made in Munich" genauso wie der Datenschutz-Assistent. München ist als Standort für Google attraktiv wegen des hervorragenden wissenschaftlichen Angebots dank der hiesigen Universitäten, der wirtschaftlichen Infrastruktur und dem enormen Freizeitwert.

Mein Resümee:  Die Digitalisierung hat ein ähnliches Potenzial für die Veränderung der Welt wie die Industrialisierung. Gerade als Arzt sehe ich enorme Potenziale in der Digitalisierung - durch intelligente Datenverknüpfung, Big Data, digitale Therapieunterstützungssysteme und Effizienzsteigerungen können wir beides schaffen: Gewonnene Lebensjahre und ein besseres Gesundheitssystem gleichermaßen. Da stehen wir vergleichsweise noch am Anfang. In vielen Bereichen spielen die Deutschen bei der Digitalisierung vorne mit – leider oft nur als Nutzer. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung erkennen und dürfen nicht vor lauter Risikodebatten die Chancen ignorieren – dann werden die meisten Arbeitsplätze und die Wertschöpfung woanders entstehen.

 

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