„Open.Med“ bietet medizinische Versorgung ohne Krankenversicherung

„Open.Med“ bietet medizinische Versorgung ohne Krankenversicherung

„Open.Med“ bietet medizinische Versorgung ohne Krankenversicherung

In meiner Reihe „Pilsingers Sprechstunde“ suche ich das Gespräch mit Münchner Institutionen, Vereinen, Firmen und natürlich vor allem Menschen. Dabei geht es mir darum, ihre Sichtweisen und Herausforderungen kennenzulernen. Soziale Einrichtungen stehen dabei mit ganz oben auf der Liste.

Ein besonderes Angebot habe ich im Bereich des Hauptbahnhofs besucht: Das „Arztmobil“ von Open.Med, einem Projekt von „Ärzte der Welt“. Als Arzt in der Inneren Medizin interessieren mich solche Angebote natürlich besonders. Bei Open.Med geht es um die Versorgung von Menschen, die keinen Krankenversicherungsschutz haben im Rahmen von Sprechstunden oder mobilen Einsätzen – auch anonym ist dies möglich.

Zum einen wird hier Menschen mit Flüchtlingsschicksal oder ohne Papieren geholfen. Auch EU-Bürger aus osteuropäischen Ländern fallen unter die Zielgruppe. Deshalb sind interkulturelle Kompetenzen bei dem Personal von OpenMed sehr wichtig. Mindestens sehr gute Englischkenntnisse sind nötig, einschlägige Kenntnisse in anderen Sprachen sind sehr von Vorteil.  Dabei wird nicht nur medizinisches Personal benötigt, sondern auch Angehörige sozialer Berufe, oder z.B. Ethnologen.

Wie „Ärzte der Welt“ angibt ist die zweitgrößte Gruppe, die die Versorgung von Open.Med mittlerweile nutzt, allerdings Deutsche ohne Krankenversicherung, weil diese in eine der Gruppen sind, die von der Krankenversicherungspflicht, die seit 2007 gilt. ausgenommen sind. Die offizielle Zahl der Unversicherten aus dieser Gruppe sind in Deutschland knapp 80.000 Menschen. Die Krankenversicherungspflicht hat zwar viele Menschen in die Krankenversicherung gebracht. Allerdings gibt es immer noch Personen außerhalb, für die Open.Med da ist. Ziel ist die Betreuung der Betroffenen und möglichst die Wiedereingliederung in das Gesundheitssystem, wie die Mitarbeiter betonen. Das Arztmobil unterstützt dabei das niedrigschwellige Angebt von Open.Med, das auch feste Einrichtungen und in der Dachauerstraße 161 ihren Sitz hat.

Wichtig ist, dass in unserem Gemeinwesen durch solche niedrigschwelligen Angebote geholfen wird. Außerdem möchte ich betonen, dass Krankheit in Deutschland kein Armutsrisiko sein darf. Sollten die gegenwärtigen Regelungen zur Krankenversicherungspflicht unzureichend sein, müssen wir diese unter die Lupe nehmen.

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