Organspende: Die bewusste Entscheidung des Menschen muss im Mittelpunkt stehen

Organspende: Die bewusste Entscheidung des Menschen muss im Mittelpunkt stehen

Organspende: Die bewusste Entscheidung des Menschen muss im Mittelpunkt stehen

Ich fordere einen Gruppenantrag zur „verbindlichen Entscheidungslösung“

Wir alle teilen das Ziel: Mehr Organspenden in Deutschland. Ich bin aber der Auffassung, dass wir mehr Bereitschaft zur Organspende nur erreichen, wenn wir von vornherein die Entscheidung der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Ausgangspunkt muss ein bewusstes, proaktives „Ja“ oder ggf. ein bewusstes „Nein“ sein. Deshalb bin ich für den Weg der „verbindlichen Entscheidungslösung“. Dieser Weg würde einen Kulturwandel bei der Organspende bedeuten, denn er vereint mehr Organspenden bei gleichzeitiger absoluter Entscheidungsfreiheit der Menschen.

Nach diesem - in den USA bereits erfolgreich umgesetzten -  System sollen alle Bürgerinnen und Bürger zu einer verbindlichen und einheitlichen Gelegenheit, zum Beispiel im Rathaus bei der Ausstellung eines neuen Personalausweises oder bei der Ausstellung der Gesundheitskarte befragt werden, ob sie im konkreten Falle Organspender sein würden. So wird es z.B. im US-Bundestaat Maryland praktiziert, wo es mit einem „Herzchen“-Symbol im Führerschein vermerkt wird. Die Antwort „Ja“ oder „Nein“ wird dann als verbindliche, natürlich durch den Betroffenen jederzeit änderbare Entscheidung  registriert. Wichtig ist auch, eine dritte Auswahlmöglichkeit zu bieten, nämlich „ich möchte mich noch nicht entscheiden“. Auch dieses „Recht auf Nichtentscheidung“ wird im Ergebnis und auf längere Sicht zu mehr Spendenbereitschaft führen, da es den Respekt vor dem Entscheidungsprozess, der auch in jedem Individuum stattfinden kann, deutlich macht.

Im Gegensatz zur „Widerspruchslösung“ wird damit nicht automatisch jeder als Spender gewertet, der keine Erklärung zu dieser Frage abgegeben hat. Gleichzeitig werden so auch Angehörige entlastet, die im Rahmen der „doppelten Widerspruchslösung“ in einer emotionalen Ausnahmesituation eine Entscheidung für ihre Angehörigen treffen müssten.

Zu bedenken ist: Nicht in allen Ländern, die die „Widerspruchslösung“ eingeführt haben, ist die Organspendebereitschaft gestiegen, z.B. in Schweden.

Laut Statistiken stehen 81 Prozent der Bürgerinnen und Bürger einer Organspende positiv gegenüber. Allerdings hat nur ein Bruchteil dieser Personengruppe einen Organspendeausweis und die Zahlen der postmortalen Organspenden sinken von Jahr zu Jahr.  Die „verbindliche Entscheidungslösung“ ist geeignet, hier Abhilfe zu schaffen. Zusätzlich brauchen wir eine Optimierung der Prozesse.

Ich unterstütze das Vorhaben, dazu gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Bundestags einen Gruppenantrag einzureichen. Dieser soll  eine entsprechende Gesetzesänderung für eine derartige „verbindliche Entscheidungslösung“, die die Entscheidungsfreiheit des Individuums mit dem gleichzeitigen Ziel für mehr Organspenden vereint, vorsieht.

 

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