Organspende: Habe meinen Entwurf zur "verbindlichen Entscheidungslösung" im Plenum vorgestellt

Organspende: Habe meinen Entwurf zur "verbindlichen Entscheidungslösung" im Plenum vorgestellt

Organspende: Habe meinen Entwurf zur „verbindlichen Entscheidungslösung“ im Plenum vorgestellt

In meiner Tätigkeit als Arzt habe ich es im Krankenhaus erlebt, wie belastend es für Angehörige ist zu entscheiden ob lebenserhaltende Maßnahmen eingestellt werden sollen, wenn keine Patientenverfügung vorliegt. Auch das ist für mich ein wichtiger Punkt, wenn es um die Frage geht, welchen Weg wir bei der Organspende gehen.

Die Forderungen nach einer "Widerspruchslösung" , nach der jeder, der nicht widersprochen hat automatisch Organspender wird, teile ich nicht. Ich schlage stattdessen den Weg der "verbindlichen Entscheidungslösung" vor. Nach diesem System sollen alle Bürgerinnen und Bürger zu einer einheitlichen Gelegenheit, z. B. bei der Ausstellung eines neuen Personalausweises oder der Gesundheitskarte befragt werden, ob sie Organspender sein möchten. Dies wird z. B. schon erfolgreich im US-Bundestaat Maryland praktiziert. Mit der verpflichtenden Entscheidungslösung wird das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen und die Freiheit des Menschen gewahrt.

Und auch die Integrität des Körpers wird geachtet. Um auch das "Recht auf Nichtentscheidung" zu wahren, ist es wichtig, eine dritte Auswahlmöglichkeit zu bieten, nämlich: "ich möchte mich noch nicht entscheiden". Mit der verpflichtenden Entscheidungslösung werden auch die Angehörigen des potentiellen Organspenders entlastet. Im Rahmen der "doppelten Widerspruchslösung" müssen die Angehörigen in einer emotionalen Ausnahmesituation eine Entscheidung für ihre Angehörigen treffen. Dies ist emotional so nicht zuzumuten. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Bundestags, die mich bereits darauf angesprochen haben, will ich mich in einem Gruppenantrag für die "verbindliche Entscheidungslösung" einsetzen.

Insgesamt habe ich bei meiner Rede zum Gesundheitshaushalt die vielen wichtigen Initiativen herausgestellt, die jetzt anlaufen - Bundesminister Spahn hat den Turbo eingelegt und in seiner kurzen Amtszeit schon einige wichtige Gesetzesentwürfe angestoßen, und zwar den Entwurf zum Versichertenentlastungsgesetz, zum Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz, zum Terminservice- und Versorgungsgesetz und zum Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende. Hier wird mehr getan für Aufklärung der Menschen und es werden die organisatorischen Strukturen der Beteiligten weiterentwickelt.

Hier meine komplette Rede: https://dbtg.tv/fvid/7272101

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