Prozessoptimierung ist der Schlüssel für mehr Organspenden

Prozessoptimierung ist der Schlüssel für mehr Organspenden

Prozessoptimierung ist der Schlüssel für mehr Organspenden

Zuviele  Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Ziel muss es sein, dass wir mehr Menschenleben retten oder Lebensjahre gewinnen können. Für mich steht fest: Die rückläufigen Spenderzahlen liegen vor allem an den Prozessen und nicht am System insgesamt. Genau hier müssen wir ansetzen. Wie komme ich zu diesem Schluss? Ich vergleiche andere Gesundheitssysteme: So gibt es Länder wie Spanien, in denen die "Widerspruchslösung" gute Ergebnisse liefert. In Schweden dagegen brachte die Einführung eben dieser "Widerspruchslösung" im Vergleich zu vorher keine Verbesserung. Dagegen in den USA: Hier bringt das System der "Zustimmungslösung" ordentliche Ergebnisse . Ich folgere daraus und aus meiner ärztlichen Praxis: Wir müssen nicht das System wechseln, sondern die Prozesse optimieren.

Meine Vorschläge, die ich dazu heute im Deutschen Bundestag in Form einen Papiers vorgelegt habe:

1. Die Transplantationsbeauftragten in Krankenhäusern ab einer gewissen Größe sollten von Routinearbeiten freigestellt werden, damit sie ihrer wichtigen Aufgabe nachkommen können.

2. Kleinere Kliniken verfügen nicht über die Expertise, den Hirntod festzustellen. Für diese Kliniken könnte man mobile Expertenteams zur Feststellung des Hirntods sowie der Durchführung der Explantation einführen, damit auch in solchen Kliniken mehr Organspenden stattfinden.

3. 84 Prozent der Bevölkerung stehen einer Organentnahme positiv gegenüber - das Problem ist also nicht die Spendenbereitschaft, sondern die Erfassung dieser potenziellen Spender: Um diese identifizieren zu könnten, sollte die Einwilligung zur Organspende auf der Gesundheitskarte, z.B. in Form eines Herzes vermerkt werden. Gleichzeitig sollte ein Spenderregister Auskunft darüber geben, ob und welche Organe gespendet werden.

4. Parallel ist es wichtig, die Bevölkerung ausreichend über das Thema "Organspende" zu informieren: Ohne Information, Transparenz und Sicherheit wird die Spendenbereitschaft sinken.

5. Zudem gilt: Eine Organentnahme ist für die Entnahmekrankenhäuser derzeit defizitär. Wir brauchen hier eine faire Vergütung. Wir wollen nicht, dass eine lebensrettende Organspende am Budget des Krankenhauses scheitern könnte.

Ich freue mich, dass bereits viele Medien meine Vorschläge aufgegriffen haben. Mehr dazu unter anderem hier beim Deutschen Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/95801/CSU-Politiker-moechte-Prozesse-in-der-Organspende-aendern

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