Retter in der Not besucht: „Pilsingers Sprechstunde“ bei der Wasserwacht

Retter in der Not besucht: „Pilsingers Sprechstunde“ bei der Wasserwacht

Retter in der Not besucht: „Pilsingers Sprechstunde“ bei der Wasserwacht

Gerade zu dieser Jahreszeit laden die Seen und Gewässer nicht nur in Nordwesten von München zum Baden ein. An heißen Tagen ist das Aufkommen an Badegästen enorm: 50.000 kommen an solchen Sommerwochenenden in die Langwieder Seenplatte. Dass das Badevergnügen möglichst sorglos genossen werden kann, liegt auch an ehrenamtlichen Helfern, wie vor allem der Kreiswasserwacht München. Im Rahmen meiner Reihe „Pilsingers Sprechstunde“ besuche ich Einrichtungen, Verbände, Firmen und vor allem Menschen in München, um mehr über ihre Sichtweise und Herausforderungen zu erfahren. Mit der Wasserwacht verbindet mich auch inhaltlich einiges: Bevor ich Arzt wurde, war ich beim BRK als Sanitäter. Menschen im Notfall zur Seite zu stehen muss zum Selbstverständnis unserer Gesellschaft gehören.

Auf Einladung von Rudolf Brettner, dem technischen Leiter der Kreiswasserwacht München war ich bei der Wasserwacht Ortsgruppe München-West an der Wasserwachtstation am Langwieder See. Diese hat mich sehr beeindruckt – sie ist nicht nur eine moderne Einrichtung zur Überwachung der Badesituation, sondern auch ein ausgebautes Vereinsheim, das 1964 erbaut, und vor drei Jahren mit vereinten Kräften renoviert wurde.

Die Wasserwacht München-West verfügt über 300 Mitglieder, davon engagieren sich derzeit 50 Aktive, die für den Langwieder See, den Lußsee und den Birkensee zuständig sind. Über zwölf Taucher kann die Wasserwacht verfügen,  zwei Taucher sind zu jedem Zeitpunkt eingeteilt, um für die Sicherheit zu sorgen. Das ganze ist Saisonarbeit – im Mai bis September kommt man auf etwa 30 Einsätze.  Bis man aber aktiv bei der Wasserwacht sein kann, ist eine mindestens 2-jährige Ausbildung nötig – also ein großer Aufwand, der in der Freizeit stattfindet. Allein die Grundausbildung benötigt 80 Unterrichtseinheiten. Die Wasserwacht kümmert sich aber nicht nur um akute Notfälle, sondern sie leistet auch Aufklärungsarbeit an Schulen in Form von Vorträgen.

Unglücke gibt es vornehmlich mit Personen, die nicht schwimmen können oder älteren Menschen. Probleme bereite auch der Alkoholkonsum. Der Ertrinkungsfall ist allerdings  zum Glück die Ausnahme, wie mir Rudolf Brettner erklärt. Es ist vor allem die Notfallmedizin, die benötigt wird. Die Station gibt es seit 1954 – dank des Engagements Pasinger Baufirmen, die sie der Wasserwacht geschenkt haben.

Am Langwieder See ist zusätzlich zu der Wasserrettungsstation auch eine der beiden Schnelleinsatzgruppen Wasserrettung der Kreiswasserwacht München stationiert, die bei Wasserrettungseinsätzen zu allen Münchner Badeseen sowie zu Teilbereichen der Isar im Münchner Norden und Süden ausrückt.

Rudolf Brettner hat mich durch die Station geführt und auch auf ein aktuelles Problem aufmerksam gemacht: Leider bekommen die Einsatzleiter im Wasserrettungsdienst kein Sondersignal „Blaulicht“, wenn sie mit ihren Privat-PKW zum Einsatzort anreisen müssten. In einem Ballungsgebiet wir München bedeutet das: Warten im Stau. Dies werde den Einsatzerfordernissen nicht gerecht. Rudolf Brettner plädiert deshalb für entsprechende Ausnahmegenehmigungen, um den Einsatzleitern zu ermöglichen, schnell am Unglücksort zu sein.

 

 

 

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