Verbraucherzentrale besucht - "Pilsingers Sprechstunde"

Verbraucherzentrale besucht - "Pilsingers Sprechstunde"

Verbraucherzentrale besucht – „Pilsingers Sprechstunde“

In meiner Reihe "Pilsingers Sprechstunde" besuche ich Menschen, Vereine und Institutionen im Wahlkreis und in München, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und ihre Sichtweise kennenzulernen.

Diese Woche habe ich bei einer wichtigen Institution des Verbraucherschutzes vorbeigeschaut, der Verbraucherzentrale in München. Wenige Einrichtungen sind so umfänglich für die gesamte Bevölkerung relevant wie die Verbraucherzentralen. In komplexen Wirtschaftskreisläufen sind wir alle Verbraucher. Aufgabe der Verbraucherzentralen ist es, Menschen im Rahmen ihres privaten Konsums mit Information, Beratung und Unterstützung zur Seite zu stehen. Ein funktionierender Verbraucherschutz stärkt das Vertrauen der Menschen in das Gemeinwesen und stärkt die Wirtschaft, weil nur bei verlässlichen Standards in Sicherheit, Qualität und Fairness ein ordentlicher Wirtschaftskreislauf möglich ist. Die Verbraucherzentralen sind überwiegend öffentlich finanziert, da sie im öffentlichen Interesse stehen und damit sie unabhängig handeln können.

Beständig wichtiges Thema ist zum Beispiel der Verbraucherschutz in der Ernährung, was man am aktuellen Fall des Rückrufs der mit einem Insektizid belasteten Eiern aus den Niederlanden sehen kann, Hier kommt es vor allem auch auf die Geschwindigkeit an, in der Informationen für den Konsumenten zur Verfügung stehen.

Derzeit besonders hoch im Kurs seien neben Fragen rund um Ernährung, Angelegenheiten zum Thema „Abmahnung“, vor allem bei Verletzungen des Urheberrechts, so Marion Zinkeler, Vorstandschefin der Verbraucherzentrale Bayern. Probleme hier seien vielschichtig:  Von den in Augen der Verbraucherzentralen sehr hohen Abmahnkosten aufgrund von unklaren Regelungen bis hin zu klar illegalem Vorgehen durch falsche Abmahnungen – oftmals per E-Mail –, die in betrügerischen Absicht einen Rechtsverstoß und eine Vollmacht vortäuschen, bis hin zu falschen Briefköpfen, mit denen man sich als namhafte Kanzlei ausgibt. Darüber hinaus stünden hoch im Kurs: Fake-Rechnungen per E-Mail, unseriöse Kreditangebot, Betrug im Internet und undurchsichtige und überteuerte Handyrechnungen.

Verbraucherschutz ist auch für den Deutschen Bundestag ein zentrales Thema: Zunächst mal gibt es einen Bundestagsausschuss, der den Verbraucherschutz sogar im Namen trägt. Was viele aber nicht wissen: Eine der bekanntesten Institutionen, die sich der unabhängigen Prüfung von Waren und Dienstleistungen widmet, nämlich die "Stiftung Warentest" wurde 1964 durch einen Beschluss des Deutschen Bundestags ins Leben gerufen. Schon in den Sechziger Jahren wurde damit die Notwendigkeit unabhängiger Konsumenteninformation erkannt.

Ich danke Marion Zinkeler und ihrem Team, die mich durch die Verbraucherzentrale geführt und einen interessanten Einblick in ihre Arbeit geboten hat.

 

Close