Informationen zum Coronavirus (SARS-CoV-2)

Informationen zum Coronavirus (SARS-CoV-2)
Aktuelle Entwicklungen, Schutzmaßnahmen und Unterstützung für Unternehmen

Allgemeine Informationen

Übertragungsweg:
Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist über Tröpfchen. Die Übertragung kann auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen, stattfinden. Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Infizierten angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Nach Angaben der WHO und Daten aus China spielen diese Fälle bei der Verbreitung von SARS-CoV- 2 jedoch keine große Rolle. Die durch das Virus ausgelöste Erkrankung wird als Coronavirus-Krankheit-2019 bezeichnet (COVID-19).

Symptome:
Eine Corona-Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet.

Inkubationszeit:
Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Symptome auftreten. Im Durchschnitt beträgt die Inkubationszeit laut WHO fünf bis sechs Tage.

Krankheitsverlauf:
Bei den bisher hauptsächlich aus China berichteten Fällen verliefen vier von fünf Infektionen mild. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder bereits zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten.

Behandlung:
Die Behandlung der Infektion richtet sich nach der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Begleitinfektionen) und umfasst auch die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen. Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung.

Schutzmaßnahmen:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, richtiges Husten und Niesen sowie Abstand zu Erkrankten halten. Auch Händeschütteln sollte unterlassen werden.
- Wenn die Möglichkeit besteht, sollte auf Reisen verzichtet, öffentliche Verkehrsmittel gemieden und von zu Hause aus gearbeitet werden. Im Allgemeinen sollten jegliche Kontakte reduziert werden.
- Bürger und Bürgerinnen, die älter als 60 Jahre sind, sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen.

13.03.2020

Aktueller Stand (Robert-Koch-Institut, 12.03.2020, 19:30 Uhr)

Hinweis: Da wir es mit einer sehr dynamischen Lage zu tun haben, kann hier nur eine Momentaufnahme dargestellt werden.

- Bis zum 12.3.2020 sind dem Robert-Koch-Institut (RKI) 2.369 laborbestätigte COVID-19-Fälle in Deutschland bekannt geworden, das sind 802 Fälle mehr als am Vortag.
- In Bayern wurden 500 Fälle bestätigt, darunter 1 Todesfall. Insgesamt sind dem RKI bisher 5 Todesfälle
bekannt.
- Die tatsächliche Anzahl der Infizierten ist unbekannt – die Fallzahlen basieren auf gemeldeten, laborbestätigten Fällen.

Aktuelle Studienergebnisse zeigen: Es werden nur ca. 9 bis 22 % der Erkrankten vom Überwachungssystem erfasst. Insofern sind auch Aussagen über die tatsächliche Sterblichkeit schwierig.

Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts
- Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt.
- Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation.
- Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor.
- Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als mäßig
eingeschätzt.
- Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region und ist in „besonders betroffenen Gebieten“ (aktuell nur Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen) hoch.
- Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu.
- Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein.

Maßnahmen
Auf der Grundlage der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 12. März 2020

Krankenhäuser:
- Es wird mit einem steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch Covid-19 gerechnet,
- Soweit medizinisch vertretbar, sollen grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in allen Krankenhäusern ab 16. März 2020 auf unbestimmte Zeit verschoben und ausgesetzt werden.
- Die Bundesregierung stellt sicher, dass die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Folgen seitens der gesetzlichen Krankenkassen ausgeglichen werden und kein Krankenhaus dadurch ins Defizit gerät.
- Im Gegenzug gibt es zusätzlich einen Bonus, für jedes Intensivbett, das zusätzlich provisorisch geschaffen und vorgehalten wird.
- Die Krankenhäuser sind aufgefordert, den Einsatz von Personal auf den Intensivstationen, so zu planen und zu erhöhen, dass die Durchhaltefähigkeit der Intensiv- und Beatmungsbetten gestärkt wird.

Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen:
Gestützt auf die vorhandenen Pandemieplanungen werden besondere Schutzmaßnahmen ergriffen:
- Konzepte für Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste,
- gezielte Informationen an diese Bevölkerungsgruppen und
- Empfehlungen für präventive Maßnahmen im alltäglichen Umgang miteinander.

Großveranstaltungen:
- Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern sowie
- ein Verzicht auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmern.
- Die Entscheidung dazu obliegt den Ländern.

Mögliche Schließung von Kindergärten, Schulen, Universitäten:
- In Regionen und Bundesländern mit sich abzeichnendem dynamischen Ausbruchsgeschehen ist die
Verschiebung des Semesterbeginns an den Universitäten sowie
- die vorübergehende Schließung von Kindergärten und Schulen, etwa durch ein verlängerndes Vorziehen der Osterferien, eine weitere Option.
- Die Entscheidung dazu obliegt jeweils den Ländern.

Wirtschaft:
- Das Coronavirus hat erhebliche Folgen auch für die Wirtschaft.
- Deutschland ist besonders stark in den internationalen Handel und in globale Lieferketten integriert und daher von der globalen Ausbreitung des Virus erheblich betroffen.
- Nachfrageausfälle, unterbrochene Lieferketten und Produktionsstörungen treffen fast alle Branchen.
- Das Wirtschaftsministerium (BMWi) hat zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft einen Drei-Stufen- Plan ausgearbeitet. Aktuell sind die Stufe 1-Maßnahmen aktiv. Dazu gehören u.a.:
- KfW-Unternehmer- oder auch ERP-Gründerkredite,
- Betriebsmittelfinanzierungen über Landesförderinstitute und auch Bürgschaften für Betriebsmittelkredite für Unternehmen mit fehlenden oder nicht ausreichenden banküblichen Sicherheiten,
- Entgeltfortzahlung und Krankengeldbezug, sowie
- Der heute beschlossene erleichterte Zugang zu Kurzarbeitergeld: Es kann bereits in Anspruch genommen werden, wenn 10% der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind (statt wie bisher 1/3). Zudem sollen die Sozialbeiträge voll von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erstattet werden. Auch für Leiharbeiter soll Kurzarbeitergeld gezahlt werden können. Die BA übernimmt hier 60% des ausgefallenen Nettolohns (mit Kind 67%).
- Zur Information von Unternehmen, insbesondere auch für kleine und mittelständische Unternehmen hat das BMWi eine Hotline eingerichtet. Sie unterstützt die Unternehmen bei Fragen und informiert über Instrumente, die zur Verfügung stehen (030/18615-1515, Mo-Fr., 9-17 Uhr).
- Auf seiner Internetseite stellt das BMWi ausführliche Informationen sowie ein Q+A bereit: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/altmaier-zu-coronavirus-stehen- im-engen-kontakt- mit-der-wirtschaft.html

Maßnahmen in Bayern

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) sieht vor, dass ein Großteil der zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten unternommenen Maßnahmen durch Länder bzw. Städte und Kommunen beschlossen werden.

Bayerns Coronavirus-Krisenstab kommt jeden Tag zusammen und entscheidet über das aktuell erforderliche Vorgehen. Bei den Sitzungen unter der Federführung des Gesundheitsministeriums und des Innenministeriums wird das Vorgehen direkt mit beteiligten Behörden und Organisationen abgestimmt.

Großveranstaltungen:
Der Ministerrat hat beschlossen, dass staatliche Stellen in Bayern die Empfehlung des Bundes zur Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern nun umgehend umsetzen werden.
- Das Gesundheitsministerium wurde beauftragt, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern zunächst bis zum Ende der Osterferien (einschließlich 19.04.2020) zu untersagen.
- Bei Veranstaltungen zwischen 500 und 1.000 Teilnehmern werden die Kreisverwaltungsverwaltungsbehörden eine genaue Risikobewertung vornehmen, im Zweifel wird Zurückhaltung empfohlen.
- Das Gesundheitsministerium wird dazu eine Hotline für Bürgermeister und Gemeinden einrichten.
- Bei Veranstaltungen unter 500 Personen soll es weiterhin die Entscheidung jedes Einzelnen sein, ob diese durchgeführt oder besucht werden.
- Bei der Risikobewertung gelten die Kriterien des Robert Koch-Instituts und des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Theater, Konzerte, Opernhäuser:
Staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser werden ab dem 11.03.2020 komplett bis zum Ende der Osterferien schließen.

Universitäten:
- Der Beginn der Vorlesungszeiten an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie Kunst- und Musikhochschulen wird auf den 20.04.2020 verschoben.
- Der Forschungsbetrieb wird weitergehen.

Wirtschaft:
Die Umsatzeinbußen im Tourismus, im Messewesen und zum Teil auch in der Gastronomie können wohl in diesem Jahr nicht mehr kompensiert werden.
- Der Freistaat kann bedrängten Unternehmen dank des aktivierten Mittelstandsschirms mit Darlehen oder Bürgschaften bzw. Haftungsfreistellungen der LfA Förderbank Bayern kurzfristig helfen.
- Die Bayerische Staatsregierung stellt 100 Millionen Euro für eine globale Rückbürgschaft gegenüber der LfA zur Verfügung.
- Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuern können gestundet sowie Vorauszahlungen der Gewerbesteuer auf null gesetzt werden.
- Die Staatsregierung wird darüber hinaus im Rahmen eines Wirtschaftsgipfels mit den Verbänden in München auch den weiteren Umgang mit den Coronavirus-Folgen beraten.

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Informationsblatt

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