Zukunft der Luftfahrt braucht klare Entscheidungen
Bei meinem Besuch bei MTU Aero Engines in meinem Wahlkreis konnte ich mir erneut ein eindrucksvolles Bild von der Leistungsfähigkeit und Bedeutung dieses Unternehmens für den Standort Deutschland machen. MTU ist einer der führenden Triebwerkshersteller weltweit und steht exemplarisch für technologische Spitzenleistung, hochqualifizierte Arbeitsplätze und industrielle Wertschöpfung auf höchstem Niveau.
Die Geschäftstätigkeit von MTU ist dabei breit und ausgewogen aufgestellt: Rund 25 Prozent entfallen auf das zivile OEM-Geschäft, also die Entwicklung und Herstellung von Triebwerkskomponenten für neue Flugzeuge. Der größte Anteil – etwa 67 Prozent – liegt in der zivilen Instandhaltung. Dieser Bereich ist ein zentraler Wachstumstreiber und sichert weltweit den zuverlässigen Betrieb moderner Flugzeugflotten. Weitere rund 8 Prozent entfallen auf das militärische Geschäft, das insbesondere durch internationale Kooperationsprogramme geprägt ist.
Gerade dieser militärische Anteil ist für die technologische Entwicklung von großer Bedeutung. Investitionen und staatliche Förderung in militärische Programme führen regelmäßig zu einem erheblichen Technologieschub, von dem auch die zivile Luftfahrt profitiert – etwa bei Effizienz, Materialforschung, Digitalisierung oder nachhaltigen Antriebstechnologien. Diese Wechselwirkung macht deutlich, wie eng zivile und militärische Luftfahrt miteinander verbunden sind.
Vor diesem Hintergrund haben wir im Gespräch bei MTU auch die Bedeutung des Future Combat Air System (FCAS) angesprochen. Für dieses zentrale europäische Zukunftsprojekt braucht es dringend klare politische Entscheidungen. Am FCAS hängen nicht nur tausende qualifizierte Arbeitsplätze, sondern langfristig auch die industrielle Souveränität und Innovationsfähigkeit der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Verzögerungen oder Unsicherheiten gefährden Know-how, Investitionen und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Die sehr informative Werkführung hat mir spannende Einblicke in Entwicklungsprozesse, Fertigung und Instandhaltung moderner Triebwerke gegeben. Der offene Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort war für mich äußerst wertvoll, um die industriepolitischen, technologischen und sicherheitspolitischen Zusammenhänge noch besser einordnen zu können.
Ich bin dankbar für diesen Austausch und überzeugt: Wenn wir den Luftfahrtstandort Deutschland stärken wollen, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, technologieoffene Förderung und klare Entscheidungen – gerade bei strategischen Zukunftsprojekten wie FCAS.



