Besuch des Lokomotivwerk München- Allach

Besuch des Lokomotivwerk München- Allach

Besuch des Lokomotivwerk München- Allach

Meine Sprechstunde führte mich vor kurzem in das Lokomotivwerk der Siemens AG in München Allach. Dabei stellt das Werk im Münchner Westen innerhalb der Siemens AG das Leitwerk für Lokomotiven und ein Kompetenzzentrum für die Stahlfertigung dar. Unter Nutzung modernster Produktionstechnologien sowie einer hochflexiblen Montage auf Basis des Siemens-Produktionssystems entstehen dort auf 24.500 qm überdachter Produktionsfläche die Lokomotiven von Siemens. Der Schwerpunkt des Besuchs lag dieses Mal aber nicht auf wirtschaftlichen Aspekten, sondern auf Fragen der gesundheitlichen Vorsorge. Im Rahmen der Initiative Oncology@work diskutierte ich mit Vertretern der Siemens AG, der örtlichen Betriebsärztin und der betrieblichen Ansprechpartnerin für soziale Fragen über das Thema „Arbeiten trotz chronischer Krankheit? Die Bedeutung der Teilhabe am Arbeitsleben für Krebspatienten bei der Siemens AG“. Dabei fand ein lebhafter Austausch zu den Themenschwerpunkten und Zielen der Initiative Oncology@Work statt. Diskutiert wurden hier unter anderem, wie Arbeitsschutz und Krebsprävention im betrieblichen Alltag weiter ausgebaut werden können, wie der Erhalt der Arbeitsfähigkeit, die Rehabilitation und die betriebliche Wiedereingliederung von Krebspatienten am besten funktioniert und welche Unterstützungsbedarfe von Patienten und Arbeitgebern es für einen erfolgreichen Rückkehr ins Arbeitsleben braucht. Wir waren uns einig, dass die Gesundheitsvorsoge vor Ort weiter ausgebaut werden muss, die Rahmenbedingungen im Bereich von Reha und Früherkennung noch ausbaufähig sind und ein austariertes betriebliches Eingliederungsmanagement Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiedereingliederung von Erkrankten ist. In meiner Tätigkeit als Hausarzt mache ich die Erfahrung, dass Krebserkrankungen insbesondere im mittleren Lebensalter stetig zunehmen, die Behandlungsmöglichkeiten mittlerweile aber auch sehr vielfältig sind, sodass eine Krebserkrankung sich mehr und mehr zu einer chronischen Krankheit entwickelt. Hierauf müssen Unternehmen und Politik reagieren. Insbesondere die psychosozialen Folgen einer solchen Erkrankung müssen in den Blick genommen werden. Es muss die Frage gestellt werden: Wie können wir Krebspatienten nach ihrer Behandlung am besten unterstützen? Wie finden sie am besten in ihren Alltag zurück? Und wie können sie ihre Arbeit, die ja meist einen wichtigen sozialen Aspekt darstellt, wieder ausüben ohne dabei überlastet zu werden? Diese Fragen müssen gestellt werden und dabei müssen Antworten gefunden werden, die auf die individuellen Krankheitsverläufe und auf die individuellen Bedürfnisse der Erkrankten eingehen.

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